Schonend und schmerzfrei: Die Lokalanästhesie

Chefarzt Dr. med. Johannes Heiß-Bogner

Für die operativen Eingriffe werden in der Capio Schlossklinik Abtsee verschiedene Anästhesieverfahren angeboten. Vorzugsweise jedoch werden Venenoperationen in örtlicher Betäubung durchgeführt. Wie der Name schon sagt, wird bei dieser Anästhesie eine bestimmte Region des Körpers  - vorzugsweise das Bein - betäubt. Dies geschieht fast immer mit Medikamenten, die für eine bestimmte Zeit Nerven ausschalten. Man nennt diese Medikamente Lokalanästhetika.

„Die besonderen Vorteile der Lokalanästhesie liegen für uns Gefäßchirurgen vor allem darin, dass nicht der ganze Körper betäubt wird, sondern nur der zur Operation notwendige Bereich. Unsere Patienten sind wach, und wir können während des Eingriffs mit ihnen reden“, sagt Chefarzt Dr. med. Johannes Heiß-Bogner.
Innerhalb der Lokalanästhesie hat sich eine moderne Form, die so genannte Tumeszenzlokalanästhesie (TLA), durchgesetzt. Sie erlaubt zum einen eine schonende Applikation, zum anderen eine schmerzfreie Operation. Ihr Vorteil liegt in der geringen Belastung gegenüber anderen Betäubungsverfahren.
Jeder Patient kann vor dem Eingriff normal frühstücken und anschließend ebenso ungestört Mittagessen. „Unsere Patienten sind sofort in der Lage, kleine Spaziergänge in unserem wunderschönen Schlossgarten zu unternehmen“, so Chefarzt Dr. Heiß-Bogner. So genießen auch ältere Patienten die Behandlungsvorzüge eines fundierten, gefäßchirurgischen Eingriffs, unter gleichzeitiger Beachtung ästhetischer Gesichtspunkte, ohne die Belastung einer eventuellen Vollnarkose.

Das auf „wache Patienten“ eingestellte OP-Team ist intensiv patientenorientiert geschult. Mit der umgehenden Mobilisierung sinken das Thrombose - und Embolierisiko. Die bessere Verträglichkeit der Lokalanästhesie ebenso wie die geringeren Folgeprobleme, z. B. Taubheitsgefühle in den Beinen, sind weitere Vorteile.

Möglicherweise stellt die Art der OP im „wachen Zustand“ eine psychische Belastung des betroffenen Patienten dar. Diese kann durch Gabe von Sedativa, ohne die Beweglichkeit und die Sicherheit einzuschränken, reduziert werden.   

„Auch wenn wir aus den genannten Gründen die Lokalanästhesie favorisieren, haben wir natürlich alle medizinischen und technischen Voraussetzungen, um auch Vollnarkose anzubieten und werden dabei von einem kompetenten Anästhesieteam unterstützt“, so Dr. Heiß-Bogner.