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Laser kein Allheilmittel bei Krampfadern

22.05.2018

Fast jeder Zweite hat in seinem Leben mit Krampfadern zu tun, die vor allem in den Beinvenen auftreten. Nicht schön, aber auch kein Drama, wenn man sie nicht ignoriert und einen Venenspezialisten aufsucht, der das gesamte Spektrum bewährter und moderner Behandlungsmöglichkeiten anbietet. Denn jeder Befund ist so individuell, wie der Patient, der ihn hat.  Wissenschaftler des IGel-Monitors* kommen nach Analyse wissenschaftlicher Literatur zu dem Ergebnis, dass die Laserbehandlung keine Vorteile gegenüber einer Krampfaderoperation bietet. Und auch bei möglichen Schäden, unter anderem Schmerzen und Wundinfektionen,  zeigte sich, dass beide Verfahren gleich viele Nebenwirkungen haben. Für ihre Einschätzung haben die Wissenschaftler sieben Übersichtsarbeiten und vier neuere Studien herangezogen.
 
Bei gleichem Nutzen und gleichem Schaden lautet die Bewertung des IGel-Monitor daher „unklar“. Sie fällt damit schlechter aus als die Bewertung aus dem Jahr 2012, als die Laserbehandlung vom IGeL-Monitor mit „tendenziell positiv“ bewertet wurde. Damals lagen nur Daten aus Studien vor, die die Patienten maximal zwei Jahre lang beobachtetet hatten. Jetzt ging die Nachbeobachtungszeit bis zu fünf Jahre zurück.
Es sind längst nicht alle Krampfaderbefunde für eine Laserbehandlung geeignet: „Für Krankheitsstadien mit stark geschlängelten Krampfadern oder sackartigen Erweiterungen kommt die Lasertherapie nicht infrage. Darum ist vor der Therapieentscheidung immer der erfahrene Venenspezialist bei der Diagnose gefragt, der die gesamte Palette der Behandlungsmöglichkeiten beherrscht“, sagt Dr. Michael Gerstorfer. Zudem gehört die Laserbehandlung zu den sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), die gesetzlich Versicherte in der Regel selbst bezahlen müssen. Die Kosten belaufen sich laut IGel-Monitor auf einige hundert bis einige tausend Euro.
 
*Hinter dem  IGeL-Monitor (Essen) steht der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS).